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Chemotherapie


 
 

Chemotherapie der Weichteilsarkome:

Monotherapie:Die wirksamsten Substanzen sind die AnthrazyklineAdriamycin und Epirubicin sowie Ifosfamid mit Remissionsraten von 18 bis 29 % in der Erstlinien ("first-line") Therapie. Wichtig ist hierbei eine ausreichend hohe Dosierung. Der direkte Vergleich von Adriamycin und Ifosfamid steht bislang aus. Eine entsprechende Phase III Studie wird derzeit von der EORTC durchgeführt. DTIC verfügt zumindest über eine reproduzierbare Aktivität; sein Stellenwert ist jedoch nicht ausreichend definiert. Weitere Substanzen wie Actinomycin D, Cyclophosphamid, Vincristin, Etoposid, Methotrexat und Carboplatin besitzen nur eine geringe Wirksamkeit. Cisplatin scheint indes zumindest eine gewisse synergistische (zusätzliche) Aktivität aufzuweisen. 
Bei der Zweitlinien- ("second-line-") Therapie nach Anthrazyklinbehandlung kommt dem Ifosfamid mit Ansprechraten bis über 30 % eine besondere Beutung zu. Selbst nach einer Vorbehandlung mit Standarddosen von Ifosfamid (5 6 g/m²) stellt hochdosiertes Ifosfamid (> 14 g/m²) noch eine wirksame Therapieoption dar. Hinsichtlich neuer Wirksubstanzen einschließlich der Taxane wurden in den letzten Jahren eine Vielzahl von Phase II - Studien durchgeführt, ohne daß relevante Ansprechraten erzielt werden konnten. Dieser Fragestellung kommt auch weiterhin eine große Bedeutung zu, so daß Patienten vorzugsweise im Rahmen kontrollierter Studien behandelt werden sollten. 

Polychemotherapie: 
Phase I und II Studien: Die Kombination der bestwirksamen Einzelsubstanzen Adriamycin bzw. Epirubicin und Ifosfamid wurde in zahlreichen Studien, z. T. unter Hinzunahme von Wachstumsfaktoren untersucht. Stellt man die publizierten Behandlungsergebnisse tabellarisch zusammen, so zeigt sich - bei aller Einschränkung - eine gute Korrelation zwischen der verwendeten Dosierung sowohl des Ifosfamids als auch der Anthrazykline und der erreichten Ansprechrate. Bemerkenswert ist dabei insbesondere die Zunahme an kompletten Remissionen bei den höheren Dosierungen.

Phase III - Studien: Die Anzahl publizierter Phase III Studien zur Behandlung fortgeschrittener Weichteilsarkome ist gering. 4 der 6 Studien zeigen eine signifikant höhere Ansprechrate für den intensiveren Kombinationsarm. Ein signifikanter Überlebensvorteil einer Therapie A gegenüber einer Therapie B konnte bislang nur in einer Studie nachgewiesen werden. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß keine der randomisierten Studien eine hochaggressive, Wachstumsfaktor-unterstützte Therapie mit hohen Ifosfamid-Dosen verwendet hat, die in Phase II Studien Ansprechraten bis zu 50 % erreicht.

Hochdosistherapie: 
Zur Hochdosistherapie mit Blutstammzell- oder Knochenmarksupport liegen bislang erst geringe Erfahrungen aus Phase I und II Studien vor, die meist sehr inhomogene Patientenkollektive und unterschiedliche Therapiestrategien vereinen. Vergleichende Studien fehlen vollständig, so daß derartige Therapieverfahren ausschließlich in speziell erfahrenen Zentren im Rahmen klinischer Studien durchzuführen sind. Mögliche Therapiekonzepte sind maximal dosisintensive Induktionstherapien oder eine Hochdosiskonsolidierung nach Ansprechen auf eine konventionelle Induktionschemotherapie. Argumente für eine solche Therapieform sind insbesondere die Dosiswirkungsbeziehung von Anthrazyklinen und Ifosfamid, sowie die Dosislimitierung aggressiver Kombinationstherapien durch die ausgeprägte Hämatotoxizität (Nebenwirkungen auf das blutbildende Knochenmark). Geeignete Patienten sind insbesondere jüngere Patienten in gutem Allgemeinzustand, bei denen im Rahmen einer interdisziplinären Gesamtstrategie eine potentiell kurative Zielsetzung verfolgt werden kann.

Erhaltungstherapie: 
Aufgrund der insgesamt meist relativ kurzen Remissionsdauer und limitierten Optionen hinsichtlich einer Zweitlinien- ("second-line") Therapie stellt eine Erhaltungschemotherapie eine theoretisch interessante Behandlungsmöglichkeit dar. Bislang liegen jedoch erst sehr limitierte Erfahrungen vor; klinische Studien befinden sich in Vorbereitung. Das Medikament, welches für diese Behandlungsart derzeit am meisten untersucht wird, ist das Trofosfamid.
 

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