EMA LogoSeit Ende September steht für GIST-Patienten mit D842V-Mutation nun eine neue Therapieoption zur Verfügung: Der Wirkstoff Avapritinib (Ayvakyt®) der Firma Blueprint Medicines ist ein hochselektiver Tyrosinkinaseinhibitor. Er richtet sich gegen die D842V-Mutation in Exon 18, die nachweislich gegen alle bisher verfügbaren Medikamente resistent ist.

Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen zweier klinischer Studien der Phase I und der Phase III. Hier hat das Medikament ein hohes und dauerhaftes Ansprechen gezeigt: Die Gesamtansprechrate lag in der Phase-I-Studie Navigator bei 95 Prozent und hielt im Mittel über 22,1 Monate an. Das mediane progressionsfreie Überleben (also die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung) lag bei 24 Monaten.

Mit dieser Zulassung gewinnt die so genannte Mutationsanalyse an Bedeutung. Dabei handelt es sich eine Untersuchung, die den genauen Ort der Mutation im Rezeptor-Protein feststellt. Sie ist wegweisend für die Therapieentscheidung und lässt Rückschlüsse auf den möglichen Krankheitsverlauf zu. Mit der Verfügbarkeit des neuen Wirkstoffs Avapritinib ist es heute wichtiger denn je, vor der Erstbehandlung Mutationstests durchzuführen. So können GIST-Patienten mit PDGFRA D842V-Mutation sofort mit der richtigen und derzeit einzigen wirksamen Therapie für ihren Tumortyp beginnen.

Weitere Infos zu GIST, Diagnose und Therapieoptionen finden Sie hier.

DSS 2020 Slider GIST fr HP Hand auf Darm

In den ersten 10 Jahren nach Operation kann etwa die Hälfte der Todesfälle durch 3 Jahre adjuvante, also vorbeugende Behandlung mit Imatinib bei Patienten mit gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) und hohem Rückfallrisiko vermieden werden. Dies belegen Langzeitdaten einer skandinavisch-deutschen Studie.

Weiterlesen: 10 Jahres-Daten bei GIST-Patienten mit erhöhten Risiko zeigen: 3 Jahre adjuvante Imatinib-Therapie deutlich wirksamer

210 166 Am 25./26. Oktober 2024 hat das 3. TriNationale GIST-Patienten-Forum 2024 ONLINE stattgefunden, als Kooperationsveranstaltung der drei GIST-Patientenorganisationen in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland.

Gemeinsam möchten WIR ALLE die Informations-, Behandlungs- und Forschungssituation für Patienten mit GIST – also die Situation der Betroffenen – verbessern. Dazu arbeiten wir seit Jahren eng über Ländergrenzen hinweg und mit führenden medizinischen Experten zusammen. Hierbei liegt uns die Verbesserung des Informationsstandes = „Ihre Kompetenz als Patienten“ besonders am Herzen!
 
Die Vorträge stehen nun auf dem YouTube Kanal der Deutsche Sarkom-Stiftung zur Verfügung!
 
Aufzeichnung Teil 1, Freitag, 25.10.2024: 3. TriNationales GIST-Patienten-Forum 2024, Teil 1
 
Aufzeichnung Teil 2, Samstag, 26.10.2024: 3. TriNationales GIST-Patienten-Forum 2024, Teil 2

PROGRAMM

 TriNat GIST Forum 25. Okt neu

TriNat GIST Forum 26. Okt neu

 

DSS 2020 Slider GIST fr HP Hand auf DarmDie Europäische Gesundheitsbehörde EMA (European Medicines Agency) hat im September 2019 den Wirkstoff Larotrectinib (Handelsname Vitrakvi® von Bayer) zugelassen. Es handelt sich dabei um den ersten oralen Tropomyosin-Rezeptor-Kinase (TRK)-Hemmer. Er kommt bei Tumoren zum Einsatz, die eine sehr seltene Genmutation aufweisen: eine Fusion in den neurotrophen Tyrosin-Rezeptor-Kinase-Genen (NTRK-Genen).

Weiterlesen: Neuzulassung 2019: Larotrectinib bei Tumoren mit bestimmter Genmutation, einschließlich weniger Weichgewebesarkome

ASCO2026.pngDie Jahrestagung der American Society of Oncology (ASCO) bringt jedes Jahr weltweit über 40.000 Fachleute zusammen, um die neuesten Entwicklungen und in der Krebsforschung und -behandlung zu diskutieren. Sie fand auch in diesem Jahr vom 29. Mai bis zum 02. Juni in Chicago statt. 

Bemerkenswert war in diesem Jahr die außergewöhnlich hohe Sichtbarkeit von Sarkomen und GIST auf der medizinisch-wissenschaftlichen Fachtagung. Zu einigen Sarkom-Subtypen wurden in verschiedenen Sessione Studiendaten und vielversprechende Entwicklungen präsentiert. 

Wie Expertinnen und Experten der Sarkom-Community betonten, verdeutlicht dies den steigenden weltweiten Stellenwert der Sarkom-Forschung und hebt die Erkenntnis hervor, dass Sarkome keine homogene Gruppe sind, sondern jeder Subtyp biologisch einzigartig ist und damit einer individuellen Behandlung bedarf. 

Für Patientinnen und Patienten, Angehörige und Interessierte steht hier ein Kongressbericht in patientenverständlicher Sprache zum Herunterladen bereit, der speziell auf die sarkomspezifischen Themen des diesjährigen ASCO eingeht. Selbstverständlich können auch Fachkreise diesen Artikel zur Information nutzen. 

ASCO-Bericht 2026 in patientenverständlicher Sprache (pdf) 

 

Themen-Übersicht:

1) Abemaciclib bei dedifferenzierten Liposarkomen (DDLPS)

2) GIST rücken wieder in den Mittelpunkt (Bezuclastinib + Sunitinib / Velzatinib)

3) Gamma-Sekretase-Inhibitoren: Weitere Fortschritte bei Desmoid-Tumoren

4) Mehr Aufmerksamkeit für seltene Sarkom-Subtypen > Alveoläres Weichteilsarkom / Klarzellsarkom / Chondrosarkom

5) Zelltherapie zeigt langfristiges Potenzial (Afami-cel)

6) Multimodale Therapie bleibt ein wichtiger Bestandteil der Sarkom-Behandlung

7) Trabectedin und Strahlentherapie vor einer Operation

8) Welche Zweitlinientherapie ist die beste?

9) Die Biologie der Sarkome besser verstehen (SFT, Bluttests - ctDNA)) 10) Was bedeuten die ASCO-2026-Ergebnisse insgesamt für Patienten

SPAGN.png


In englischer Sprache ist ein sarkomspezifischer ASCO-Bericht hier zu finden auf der Webseite von SPAGN (Sarcoma Patient Advocacy Global Network).  

 

Quelle: SPAGN ASCO-Bericht 2026 (www.sarcoma-patients.org) Übersetzt und angepasst für Sarkom-/GIST-Patient:innen (Bearbeitet unter Nutzung von KI) • Bernd Kasper – DSS Stiftungsrat, Board Member SPAGN, Sarkom-Zentrum Mannheim • Kathrin Schuster – Executive Director SPAGN • Markus Wartenberg – Stellv Vorsitzender DSS und SPAGN Co-Chair of the Board