Priv.-Doz. Dr. Anna Duprée und Prof. Dr. Lars Lindner stehen künftig an der Spitze des Stiftungsrates der Deutschen Sarkom-Stiftung. Im Zuge seiner Sitzung am 29. September 2026 wählte das Gremium Anna Duprée zur Sprecherin und Lars Lindner zum stellvertretenden Sprecher. Beide übernehmen die Aufgaben für vier Jahre. Gemeinsam repräsentieren und koordinieren sie damit das interdisziplinäre Fachgremium bestehend aus 19 führenden Sarkom-Expert:innen und 9 erfahrenen Patientenvertretenden.

Der Stiftungsrat ist ein zentrales Organ der Deutschen Sarkom-Stiftung. Hier kommen medizinisch-wissenschaftliche Expertise verschiedener Fachdisziplinen sowie die Erfahrungen und Perspektiven von Sarkom-Patient:innen und Angehörigen zusammen. Das Gremium berät die Stiftung fachlich und strategisch, setzt Impulse für Projekte und Entwicklungen und bringt Expertise, Netzwerke und aktive Mitarbeit ein.


Zwei erfahrene Sarkom-Spezialist:innen

Anna DpreePriv.-Doz. Dr. Anna Duprée ist Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie des Universitäts-klinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Sie ist Fachärztin für Viszeral- und Thoraxchirurgie und leitet am University Cancer Center Hamburg das Sarkomzentrum. Seit März 2026 gehört sie dem Stiftungsrat der Deutschen Sarkom-Stiftung an.

 

 Lars LindnerUniv.-Prof. Dr. Lars Lindner ist Internist und Onkologe an der Medizinischen Klinik und Poliklinik III des LMU Klinikums München. Er ist geschäftsführender Leiter des Zentrums für Knochen- und Weichteiltumoren – SarKUM – und verantwortet dort unter anderem die Sarkom-Sprechstunde und die interdisziplinären Tumorkonferenzen. Zu seinen Schwerpunkten gehören die Therapie von Knochen- und Weichteilsarkomen, die regionale Hyperthermie sowie neue Verfahren zur gezielten Medikamentenfreisetzung. Lindner gehört seit der Gründung der Deutschen Sarkom-Stiftung dem Stiftungsrat an.


Dank an die bisherigen Sprecher

Mit der Neuwahl endet zugleich die Amtszeit der bisherigen Sprecher Prof. Dr. Jens Jakob, Chirurg am Sarkom-Zentrum Mannheim und Prof. Dr. Eva Wardelmann, Pathologin am Sarkom-Zentrum Münster. Prof. Dr. Peter Reichardt, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Sarkom-Stiftung, dankte beiden für ihre bisherige Arbeit: „Jens Jakob und Eva Wardelmann haben die Arbeit des Stiftungsrates mit großer fachlicher Kompetenz und persönlichem Engagement begleitet und mitgestaltet. Dafür danke ich beiden im Namen des gesamten Vorstandes sehr herzlich. Gleichzeitig freue ich mich, dass mit Anna Duprée und Lars Lindner zwei hoch engagierte und in der Sarkom-Community hervorragend vernetzte Kolleg:innen diese wichtigen Aufgaben übernehmen.“


Zusammenarbeit von Stiftungsrat, Vorstand und Geschäftsstelle

Die Wahl der neuen Sprecher fällt in eine Phase, in der die Deutsche Sarkom-Stiftung ihre Strukturen und ihre strategische Zusammenarbeit weiterentwickelt. Vorstand, Stiftungsrat und Geschäftsstelle arbeiten dabei in einem Kooperationsdreieck auf Augenhöhe zusammen. Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung und steuert die strategische Ausrichtung. Der Stiftungsrat wirkt als fachlich-strategischer Beirat und Sparringspartner, bringt Expertise und Impulse ein und beteiligt sich an Projekten, Networking und Kooperationen. Die Geschäftsstelle sorgt für Projektmanagement, Organisation, Kommunikation und operative Umsetzung. Markus Wartenberg, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes und Leiter der Geschäfts-stelle: „Wir freuen uns sehr, dass mit Anna Duprée und Lars Lindner erneut zwei so erfahrene, fachlich versierte und engagierte Kolleg:innen gewählt worden sind. Gerade für die nächsten Jahre brauchen wir eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Stiftungsrat, Vorstand und Geschäftsstelle. Wir haben viel für unsere Patient:innen vor – und dafür benötigen wir die unterschiedlichen Kompetenzen, Ideen und Netzwerke, die in unserem Stiftungsrat zusammenkommen.“


Gemeinsam Zukunft gestalten: Entwicklungsplanung 2027–2031

Eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit wird die DSS-Entwicklungsplanung 2027–2031 sein. Vorstand und Geschäftsstelle haben hierfür einen ersten Entwicklungsrahmen erarbeitet der intensiv mit dem Stiftungsrat abgestimmt wird. Er soll Orientierung geben, Prioritäten setzen und die Weiterentwicklung der Stiftung bündeln. Dabei geht es ausdrücklich nicht um ein starres Arbeitsprogramm. Der Entwicklungsplan soll gemeinsam mit dem Stiftungsrat und der Sarkom-Community weiterentwickelt und anschließend in konkrete Jahrespläne, Projekte und Maßnahmen übersetzt werden. „Der Entwicklungsplan bietet viele Möglichkeiten, sich einzubringen. Für die Mitglieder des Stiftungsrates genauso wie für Expert:innen aus den Sarkom-Zentren und Interessierte aus der Sarkom-Patient:innen-Community“, so Reichardt und Wartenberg. „Wir möchten Menschen zusammenbringen, die etwas bewegen wollen, und gemeinsam aus guten Ideen und Engagement Veränderungen erreichen wollen.“


Patient:innen und Expert:innen gemeinsam

Die Zusammensetzung des Stiftungsrates steht beispielhaft für einen zentralen Grund-gedanken der Deutschen Sarkom-Stiftung: Menschen mit eigener Erkrankungserfahrung und medizinisch-wissenschaftliche Expert:innen gestalten gemeinsam. Denn Fortschritte bei seltenen und komplexen Tumorerkrankungen wie Sarkomen entstehen dort, wo Wissen geteilt wird, Fachdisziplinen zusammenarbeiten, Sarkom-Zentren sich vernetzen und die Erfahrungen und Prioritäten der Patient:innen von Anfang an einbezogen werden. Darum geht es letztlich bei allen Strukturen, Projekten und Entwicklungsplänen der Stiftung: gemeinsam Forschung, qualitative Versorgung, Digitalisierung und Patient:innen-Erleben bei Sarkomen weiterzu-entwickeln und dafür zu sorgen, dass Menschen mit Sarkomen von besserem Wissen, besserer Zusammenarbeit und besseren Möglichkeiten profitieren.

Patienten und Experten: Gemeinsam gegen Sarkome!

Erleben Sie, dass niemand allein ist mit der Diagnose Knochensarkom! 

Die Deutsche Sarkom-Stiftung lädt Sie herzlich ein zu den zweiten 
Knochensarkom-InfoTagen 2027 ein: Wissen – Erfahrung – Austausch 
Sie finden ONLINE statt am 

Freitag, den 26. Februar 2027 von 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr
Samstag, den 27. Februar 2027 von 09:00 Uhr bis 14:30 Uhr

    Weiterlesen: Knochensarkom-InfoTage 2027 ONLINE: Wissen – Erfahrung – Austausc

    NEUTTris Logo

    Die Strahlentherapie ist eine zentrale Säule der modernen Krebsbehandlung und rettet jedes Jahr tausenden Menschen das Leben. In seltenen Fällen kann diese erfolgreiche Therapie jedoch Jahre später eine schwerwiegende Spätfolge haben: ein sogenanntes strahleninduziertes Sarkom (Radiation-Induced Sarcoma, RIS). Um diese seltene, bislang wenig erforschte Erkrankung besser zu verstehen, ist jetzt das bundesweite Forschungsprojekt TTRIS-CSI gestartet, eine multizentrische Beobachtungsstudie zur Erforschung strahleninduzierter Sarkome. 

    Was sind strahleninduzierte Sarkome?

    Strahleninduzierte Sarkome sind bösartige Tumoren des Binde-, Muskel- oder Stützgewebes, die Jahre oder sogar Jahrzehnte nach einer Strahlentherapie auftreten können. Sie gehören zu den sehr seltenen Spätfolgen einer ansonsten hochwirksamen Krebstherapie. Häufige Formen sind unter anderem Angiosarkome, undifferenzierte pleomorphe Sarkome sowie andere Weichteil- und Knochensarkome. Obwohl auch hier sehr selten, werden RIS verhältnismäßig oft nach einer früheren Brustkrebserkrankung beobachtet. 

    Interdisziplinär, bundesweit, patientenzentriert

    In dem Projekt arbeiten bundesweit führende Spezialist:innen eng und interdisziplinär zusammen – aus den Bereichen Sarkom- und Brustkrebs-Medizin, Senologie, Pathologie, Humangenetik, Strahlentherapie, translationale Krebsforschung, Epidemiologie, Psychoonkologie sowie der Patientenbeteiligung über die Deutsche Sarkom-Stiftung. Gemeinsam untersuchen sie klinische Daten, Bestrahlungspläne, Tumor- und Blutproben sowie psychosoziale Aspekte der Erkrankung.

    „Strahleninduzierte Sarkome sind selten, aber für die Betroffenen eine enorme körperliche und seelische Belastung“, sagt Prof. Jens Jakob, Projektkoordinator von TTRIS-CSI und Sarkom-Experte an der Universitätsmedizin Mannheim. „Unser Ziel ist es, die Ursachen dieser Erkrankung besser zu verstehen und langfristig mehr Sicherheit nach einer Krebsbehandlung zu schaffen.“

    Größte systematisch untersuchte Kohorte strahleninduzierter Sarkome in Deutschland

    Im Rahmen von TTRIS-CSI sollen Daten von 200 bis 300 Patientinnen und Patienten mit strahleninduziertem Sarkom (RIS) in ganz Deutschland gesammelt werden. Damit entsteht eine der größten systematisch wissenschaftlich untersuchten RIS-Kohorten weltweit. Die molekularen Analysen erfolgen über die etablierte MASTER-Plattform am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). „Durch die Kombination modernster molekularer Analysen mit Daten zur Strahlentherapie und zur Krankengeschichte können wir erstmals systematisch untersuchen, warum strahleninduzierte Sarkome bei manchen Menschen entstehen und bei anderen nicht“, erklärt Prof. Stefan Fröhling, Leiter der MASTER-Plattform. 

    Langfristiger Nutzen für Patient:innen und Behandler

    Zentrales Anliegen von TTRIS-CSI ist es, individuelle Risikofaktoren für strahleninduzierte Sarkome zu identifizieren. Daraus sollen langfristig neue Ansätze entstehen für eine frühere Erkennung von RIS, eine gezieltere Nachsorge nach Strahlentherapie, sowie informierte, gemeinsame Entscheidungen zwischen Patient:innen und Behandler:innen. Die Studienteilnahme hat keinen direkten Einfluss auf die individuelle Behandlung. In einzelnen Fällen können jedoch aus den Untersuchungen Hinweise entstehen, die für die persönliche Beratung oder Nachsorge hilfreich sind. Auch psychosoziale Belastungen von Betroffenen und ihren Familien werden gezielt untersucht, um verständliche Informations- und Unterstützungsangebote zu entwickeln.

    Kontakt: 

    Patient:innen, die nach einer früheren Strahlentherapie an einem Sarkom erkrankt sind, sowie behandelnde Ärzt:innen können sich direkt an das Studien-Team wenden:

    Universitätsmedizin Mannheim, Sarkom-Zentrum (SarcoMA): Prof. Dr. Jens Jakob, Dr. Melissa Harbrücker, Dr. Nadine Stroh (Projektkoordination) 

    Email:

    Weitere Informationen: TTRIS-CSI: Uniklinik Mannheim 

    Der Krebsinformationsdienst bietet einen Überblick zum Krankheitsbild: Strahleninduzierte Sarkome 
    sowie einen Leitfaden "Was tun bei Verdacht oder nach der Diagnose strahlenassoziiertes Sarkom"

    Angebot eines Online-Austausch für Patientinnen und Patienten mit strahleninduzierten Sarkomen (RIS) sowie deren Angehörige:

    Die Deutsche Sarkom-Stiftung hat eine Online-Patientengruppe (Zoom-Café) eingerichtet. Die Teilnahme ist kostenfrei möglich.

    Bei Interesse an dieser Gruppe registrieren Sie sich bitte über unser Kontaktformular: Kontakt  (Bitte geben Sie im Nachrichten-Feld an: ‘strahlenassoziierte Sarkome’. Wir treten dann mit Ihnen in Kontakt.) Wenn Sie bereits bei uns registriert sind, brauchen Sie nichts weiter zu tun. Alle registrierten Interessent:innen (Betroffene mit strahlenassoziiertem Sarkom und deren Angehörige) erhalten den Einwahllink rechtzeitig vor der Veranstaltung per E-Mail. 

    Termine finden Sie hier.

     

    Seit Jahren arbeiten die drei GIST-Patientenorganisationen in der Schweiz, in Österreich und Deutschland über die Ländergrenzen hinweg eng zusammen. Bereits zum fünften Mal findet am Freitag, den 27. November von ca. 13:30 Uhr bis 18:00 Uhrdas gemeinsame TriNationale GIST-Patient:innenforum statt. In der Online-Veranstaltung gaben führende medizinische Experten aus allen drei Ländern ihr Wissen aktuell und verständlich weiter – zur Stärkung der Patientenkompetenz. 

    Weiterlesen: Information – Austausch – Orientierung: TriNationales GIST-Patient:innen Forum 2026

    Screenshot 2025 01 24 103609


    Die Deutsche Sarkom-Stiftung führt die Reihe der regionalen Informationstage für GIST- und Sarkom-Patient:innen weiter:

    Am 05./06. November 2026 sind wir in Jena.

    Die Deutsche Sarkom-Stiftung lädt Sie gemeinsam mit dem SarkomCentrum Jena sowie dem Sarkomzentrum der Uniklinik Leipzig und dem Sarkom-Zentrum am NCT Dresden herzlich zum Sarkom Patient:innentag in Jena ein.

    • Erleben Sie medizinische Vorträge erfahrener Ärzte und Experten: Aktuell, kompetent und verständlich
    • Fragen Sie Experten zu unterschiedlichen Themen und individuellen Aspekten Ihrer Erkrankung
    • Kommen Sie in Kontakt mit anderen Patient:innen und nutzen Sie die Chance zum Erfahrungsaustausch. Auch die Sarkom-Selbsthilfegruppe Mitteldeutschland wird sich vorstellen!
    Weiterlesen: Regionale Patiententage GIST und Sarkome in Jena: 05./06. November 2026